Die wichtigsten Zahlen
Stand: November 2026. Quellen siehe unten.
Für wen eignet sich diese Anlageklasse?
Land- und forstwirtschaftliche Liegenschaften passen zu Menschen, die sehr langfristig denken, Vermögen für die nächste Generation sichern wollen und mit niedrigen laufenden Erträgen leben können. Ein Bezug zur Landwirtschaft hilft – fachlich und rechtlich. Ich komme selbst aus einer Familie mit Land- und Forstwirtschaft; Grund ist bei uns nie nur eine Zahl, sondern Verantwortung.
Grundverkehr: wer darf kaufen?
Der Erwerb land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke braucht in der Regel eine Genehmigung der Grundverkehrsbehörde nach dem jeweiligen Landes-Grundverkehrsgesetz (Ausnahmen und Flächengrenzen regelt jedes Land selbst), in der Steiermark etwa nach dem Steiermärkischen Grundverkehrsgesetz. Geprüft wird, ob der Erwerb einem leistungsfähigen Bauernstand dient und die ordnungsgemäße Bewirtschaftung gesichert ist. Wer selbst nicht Landwirt ist, hat es deutlich schwerer: In mehreren Bundesländern, etwa in der Steiermark, werden solche Rechtsgeschäfte öffentlich bekannt gemacht, damit interessierte Landwirte sich melden können – sie können dann Vorrang haben.
Einordnung: Ein unterschriebener Kaufvertrag ist noch kein Eigentum. Planen Sie Zeit und eine mögliche Versagung ein und lassen Sie die Voraussetzungen im Einzelfall rechtlich prüfen.
Bodenpreise und Ertrag
Statistik Austria weist für 2024 einen österreichweiten Durchschnittspreis von rund 3,8 €/m² (ca. 38.000 €/ha) für Ackerland und rund 3,2 €/m² (ca. 32.000 €/ha) für Dauergrünland aus; Ackerland wurde gegenüber 2023 teurer, Grünland blieb gleich (Statistik Austria, 2024). Die Unterschiede zwischen Regionen sind groß.
Der laufende Ertrag entsteht meist über Verpachtung. Landwirtschaftliche Pachtverträge unterliegen dem Landpachtgesetz, das Pächter schützt und die Vertragsfreiheit einschränkt. Eine belastbare, öffentlich veröffentlichte Renditekennzahl für Agrarflächen liegt mir nicht vor; im Vordergrund stehen Werterhalt und Stabilität, nicht laufende Rendite.
Wald als Sachwert
Österreichs Waldfläche umfasst laut Waldinventur 2016/21 rund 4,02 Mio. Hektar; etwa 97 % des jährlichen Zuwachses werden genutzt (BMLUK, 2025). Das Ministerium nennt klimabedingte Schadereignisse wie Borkenkäfer und Stürme als Ursache für den Rückgang des Holzvorrats im Ertragswald.
Einordnung: Wald ist ein Sachwert mit langen Zyklen. Erträge aus Holzverkauf schwanken mit Holzpreis und Schadereignissen. Das Forstgesetz regelt Bewirtschaftung und Rodung streng; eine Umwandlung in Bauland ist die Ausnahme.
Chancen, Risiken und Prüfliste
Chancen: begrenztes Angebot, sehr lange Haltedauer, Streuung gegenüber Wohn- und Gewerbeimmobilien, mögliche Nebennutzungen wie Photovoltaik-Pacht oder Vermietung von Nebengebäuden – jeweils nach Widmung und Genehmigung.
Risiken: Grundverkehrsgenehmigung, geringe laufende Erträge, langfristige Pachtbindung, Klimaschäden im Wald, Altlasten in Hofgebäuden, eingeschränkte Wiederverkäuflichkeit.
- Grundbuch, Dienstbarkeiten, Wegerechte, Wasserrechte
- Bestehende Pachtverträge und deren Laufzeit
- Widmung der Hofstelle und Nutzung der Wirtschaftsgebäude
- Waldzustand, Forstgutachten, Erschließung
- Förderverpflichtungen, die auf den Flächen lasten
Passende Regionen
Ackerbaugebiete finden sich vor allem in Niederösterreich, im Burgenland und in Oberösterreich. Wald- und Grünlandbetriebe prägen die Steiermark und Kärnten.
Meine Einschätzung: Wer Grund kauft, kauft Zeit. Ich empfehle diese Anlageklasse nur, wenn Sie Jahrzehnte denken und die Bewirtschaftung ernst nehmen – selbst oder über einen verlässlichen Pächter.
Häufige Fragen
Kann ich als Nicht-Landwirt einen Bauernhof kaufen?
Das ist möglich, aber genehmigungspflichtig. Die Grundverkehrsbehörde prüft nach Landesrecht unter anderem, ob die ordnungsgemäße Bewirtschaftung gesichert ist; interessierte Landwirte können Vorrang haben. Lassen Sie das im Einzelfall prüfen.
Was kostet ein Hektar Ackerland in Österreich?
Statistik Austria weist für 2024 im Durchschnitt rund 38.000 € pro Hektar Ackerland und rund 32.000 € pro Hektar Dauergrünland aus. Regional weichen die Preise stark ab.
Bringt Wald eine Rendite?
Wald bringt vor allem Erträge aus dem Holzverkauf, die mit Holzpreis und Schadereignissen schwanken. Für viele Käufer stehen Werterhalt und Generationendenken im Vordergrund, nicht die jährliche Rendite.
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Quellen
- Statistik Austria – Landwirtschaftliche Bodenpreise (Stand 30.09.2025) (2024) – statistik.at
- BMLUK – Österreichische Waldinventur 2016/21: Österreichs Wald in Zeiten des Klimawandels (2025) – bmluk.gv.at
Rechtliche Hinweise sind allgemeine Informationen und ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung. Lassen Sie Ihr Vorhaben im Einzelfall prüfen.
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